Den Abend eröffneten Relics Of Humanity, Brutal Death Metal seit 2007 aus Minsk, Belarus. Die Band, die in der Szene längst als kompromisslose Gewaltmaschine gilt, hat bisher drei Alben veröffentlicht :“Guided By The Soulles Call“ (2012), „Omniously Reigning Upon The Intangible“ (2014) und erst Anfang diesen Jahres ihr aktuelles Werk „Absolute Dismal Domain“ (31.Januar 2025). An diesem Abend standen Sergey Liakh an der Gitarre, Flo Butcher am Mikrofon und als Livedrummer Nikhil Talwalkar auf der Bühne. Bassist Pavel Lapkovskiy konnte leider nicht mit dabei sein, was dem wuchtigen Gesamtsound jedoch keinen Abbruch tat. Von den ersten Sekunden an peitschten Relics Of Humanity ein präzises, gnadenloses Set ins Publikum. Tiefe Growls, rasende Riffs und punktgenaues Drumming. Schon beim ersten Song walzte der Sound mit voller Wucht durch den Saal: ultraschnelle Blastbeats von Talwalker, präzise und messerscharfe Riffs von Liakh und die tiefen, brutalen Growls von Butcher – eine Attacke, die sofort Köpfe zum Bangen brachte. Das Publikum reagierte begeistert, auch wenn sich aufgrund der wenigen Gäste kein richtiger Moshpit bildete, weiter hinten rotierten die Hälse im Takt . Zwischen den Songs bedankte sich Flo kurz, bevor die Band direkt den nächsten musikalischen Schlagabtausch startete. Die Setlist war knackig, ohne Verschnaufpausen, und zog die Zuschauer unaufhaltsam mit. Nach dem letzten Song forderten die Fans lautstark eine Zugabe – doch aus Zeitgründen blieb es beim geplanten Set. Trotz der Kürze hinterließen Relics Of Humanity einen bleibenden Eindruck und boten die perfekte, gnadenlos harte Vorlage für den Headliner Pyrexia aus New York.
Als Headliner betraten an diesem Abend die legendären Pyrexia aus New York die Bühne – leider vor einem viel zu kleinen Publikum, da sich unter der Woche nur wenige Metalheads in den Club verirrt hatten. Schade, denn Pyrexia gehören zu den Urgesteinen des Death Metal und verbinden brutale Wucht mit einem ordentlichen Schuss Groove. Die Band hat bisher sechs Studioalben veröffentlicht, darunter das neu gemasterte „System of the Animal“ aus dem Jahr 1997. Das kommende Werk „Unholy“ erscheint erst am 28. August dieses Jahres, und die Fans durften bereits einen Vorgeschmack auf die neue Zerstörungskraft erleben mit den Singles „Wrath“ und „The Anointed“. Gitarrist und Mastermind Chris Basile führte die Truppe souverän an, unterstützt von Karl Schmidt am Bass, Jordon Mamaluke am Mikrofon, Matt Johnson am Schlagzeug sowie Ron Kachnic (Malignancy) an der zweiten Gitarre. Trotz der beengten Platzverhältnisse herrschte auf der Bühne pure Bewegung – fünf Musiker, die mit sichtbarer Spielfreude und Energie jeden Quadratzentimeter nutzten. Beim finalen Song kam es zum Höhepunkt: Das Publikum wurde kurzerhand auf die Bühne geholt, während Frontmann Mamaluke vor der Bühne umherlief. Lachen, Headbangen, gegenseitiges Schulterklopfen – ein ausgelassener Abschluss, der leider viel zu schnell vorüber war. Pyrexia bewiesen an diesem Abend einmal mehr, dass sie auch nach Jahrzehnten noch mit voller Härte und Herzblut unterwegs sind. Es gab nur einen Wermutstropfen: es war einfach viel zu schnell vorbei. Ein extrem intensiver Vulkanausbruch a la Wormrot – kurz, aber danach war man völlig fertig und tief zufrieden. Hoffentlich kommen sie bald wieder.